Der Stahlstich, Stahlstiche Herstellung und Herkunft
des "engravings"
STAHLSTICH (SIDEROGRAPHIE)-(engravings)
Die Vervielfältigung von Bildwerken mittels geschnittener Stahltafeln. Dieses Verfahren wurde 1820 von dem Engländer Charles Heath erfunden.
Das Verfahren dabei ist folgendes:
Stahlblöcke oder Platten werden dekarbonisiert d.h. des Kohlenstoffs beraubt und dadurch bis zu dem Grad erweicht, daß sie sich beim Stich der Figuren noch besser behandeln lassen als Kupfer. Das Verfahren beim Stahlstich ist identisch wie beim Kupfer, nur bedient man sich auf Stahl seltener und mit weniger Vorteil der kalten Nadel. Nach dem Stich wird durch ein chemisches Verfahren die Platte wieder gehärtet.
Um den Stahlstich auf andere Platten zu übertragen, schiebt man einen gleichfalls
dekarbonisierten Zylinder von Stahl in die Übertragungspresse (Transfer-Press)
und fährt damit über die eingeschnittenen Figuren der wieder gehärteten Stahlplatte
hin. Die Einschnitte der Platte drücken sich hierbei dem Zylinder erhaben auf,
und zwar wird es durch eine schwingende Bewegung der Presse und der Peripherie
des Zylinders ermöglicht, daß sich immer eine neue Oberfläche zur Aufnahme vom
Stahlstiche darbietet. Nachdem darauf der Zylinder ebenfalls wieder gehärtet
ist, drückt man damit auf neue dekarbonisierte Stahlplatten das ursprüngliche
Bild der Originalplatte auf und druckt diese wie gewöhnlich ab. Auf diese Weise
kann das Bild vom Stahlstiche ins Unendliche vervielfältigt werden. Der 10.000
Abdruck sieht genau so aus wie der 1. für Kunstwerke höherer Qualität bleibt
jedoch der Kupferstich, da er größere Kraft, Sicherheit und Weichheit in der
Linienführung gestattet.
Der erste deutsche Stahlstecher war Karl Ludwig Frommel in Karlsruhe.
Seit der Erfindung der Galvanoplastik, welche die Abnahme von Klischees von Kupferplatten gestattet und der Verstählung von Kupferplatten ist der Stahlstich nicht mehr wirtschaftlich.
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