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Am Freitag dem 11.11.2005 war die Qoud-Libet in Hamburg, schauen Sie sich ein paar unserer Bilder an. Lesen Sie unser kurzes Statement und wie wir diese Ausstellung empfunden haben...
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Lithographie, Lithographien und Ihre Herstellung

GESCHICHTE UND TECHNIK DER LITHOGRAPHIE

Bis zum Jahr 1805 hatte die von Aloys Senefelder 1798 erfundene neue Druckart die einfache Bezeichnung "Steindruckerei" und "chemische Druckerei".
In England nannte man sie "Polyautographie". Erst als 1804 diese Druckart an der Feiertagsschule in München eingeführt wurde, erhielt sie von den Schulvorstehern den Namen "Lithographie". Die Kunst der Lithographie zerfällt in zwei ganz verschiedene Verrichtungen:

1. das Zeichnen auf Stein (die Lithographie)- der Zeichner (der Lithograph)
2. den Steindruck

Senefelders Entdeckung bestand in der einfachen Tatsache, daß das Fett der Druckfarbe und eine Lösung von Gummi arabicum sich gegenseitig abstoßen und in der Anwendung dieser Beobachtung auf das Druckverfahren. Ihm verdanken wir nicht das Verfahren auf mechanischem Wege von hochgeätzten Steinzeichnungen Abdrücke zu machen, sondern die neue Entdeckung, die Oberfläche mittels Säure und Gummi so zuzurichten, das sie sich gegen Druckfarbe abstoßend verhält.



DER LITHOGRAPHIE STEIN
Der Stein muß eine sehr feine,gleichmäßige Struktur, ziemliche Dichte und Härte besitzen, Eigenschaften, welche zumeist dem dichten Kalkstein zukommen. Der beste lithographische Stein wird bei Solnhofen in Bayern gebrochen, für minder feine Arbeiten werden brauchbare Steine auch in Nordamerika, England, Frankreich, Italien, auf der Balkanhalbinsel und in Rußland gefunden. Die Steine werden in 5-10cm dicke Platten geschnitten und mit Sandstein abgeschliffen. Je gleichförmiger ihre Textur ist, desto besser sind sie. Gebrauchte Steine können durch Abschleifen der Oberfläche wieder zur Aufnahme von Zeichnungen hergerichtet werden. Die Steine werden nach ihrer Beschaffenheit eingeteilt und kommen der Farbe und Härte nach in drei Sorten in den Handel:

a)als dunkelblaugrauer
b)als blauer(auch grauer)
c)als gelber

Der Stein kann für Druckzwecke in den drei verschiedenen Arten des Hoch-Tief- und Flachdrucks dienen.

DIE LITHOGRAPHIE GRAVIERUNG
Hierzu werden die härtesten(graue oder blaue)Lithographiesteine benutzt. Ihre Oberfläche wird unter Anwendung von Kleesalz,Oxalsäure oder Zinnasche usw. auf das feinste poliert und mit einem dunklen Grunde überzogen, damit der Zeichner bei der Ausführung der Gravüre seine Arbeit besser beobachten kann. Dieser Grund besteht aus irgendeinem Farbstoff wie Ruß,Rötel etc. Dieser wird mit Wasser und einer Spur Gummi als Bindemittel unter Anwendung feiner Bürsten in sehr dünner Schicht auf die polierte Oberfläche aufgetragen.
Das Gravieren selbst ist nichts als ein leichtes und seichtes Einritzen, bei breiteren Flächen ein zartes Ausschaben der polierten Fläche, wozu eigens geschliffene Schabnadeln verwendet werden. Die Technik des Gravierens bedarf großer Handfertigkeit und im Vergleich zu andern lithographischen Zeichnungsarten sehr langer Übung.

DIE RADIERUNG
Eine Gravüre kann auch in der Weise ausgeführt werden, daß die Tiefe der Striche nicht durch rein mechanisches Eingravieren, sondern durch Ätzen, wie bei der Technik der Kupferradierung, erzielt wird. Die Zurichtung des Steins erfolgt wie vorher beschrieben jedoch wird auf die polierte Fläche eine dünne Lage Ätzgrund aufgetragen. Die Radiermanier gestattet überdies eine viel freiere und malerische Linienführung sowie auch das teilweise Ätzen in den tieferen Stellen und bietet dadurch für zeichnerische Darstellungen alle Vorzüge der Kupferradierung.

DIE MASCHINENGRAVÜRE
Bei den beschriebenen Verfahren lassen sich auch Maschinen verwenden, welche an Stelle der Handarbeit das Radieren und Gravieren der Steine besorgen. Sie arbeiten in der Weise, daß eine Diamant-Rubin- oder Saphirspitze die Zeichnung in den Ätzgrund oder in den Stein selbst einritzt.
Solche Maschinen sind der Pantograph, die Guillochier- sowie die Reliefmaschinen. Sie finden Anwendung u.a. bei der Anfertigung von Wertpapieren, Fakturen, Briefköpfen und anderen merkantilen Arbeiten.

Direkte Verfahren der Lithographie

DIE FEDERZEICHNUNG
Für die Ausführung einer Federzeichnung kann ein nicht zu weicher, gelber Stein verwendet werden, dessen Oberfläche sehr glatt und sauber geschliffen wurde.Man bedient sich der sogenannten lithographischen Tusche, die im wesentlichen fette und harzige Stoffe enthält und durch einen Zusatz von Alkali verseift und dadurch im Wasser löslich gemacht werden kann.

DIE KREIDEZEICHNUNG
Für die Ausführung einer Kreidezeichnung muß ein etwas härterer Stein als bei der Federzeichnung verwendet werden. Dieser muß ebenso wie vorstehend fein geschliffen werden und wird danach gekörnt. Zu diesem Zwecke bringt der Steinschleifer eine kleine Portion feinen und scharfen Sandes auf und verreibt diesen in nassem oder auch trockenem Zustande mittels eines kleinen Steinläufers, indem er ganz kleine Kreise beschreibt. Das Korn soll, abgesehen von dem immer der Zeichnung angepaßten Grade der Feinheit,scharf, spitz und offen sein; Zeichnungen auf flachem Korn sehen immer flau und kraftlos aus.

Zur Ausführung der Zeichnung bedient man sich der lithographischen Kreide welche ähnlich zusammengesetzt ist wie die Tusche. Das Zeichnen mit der Kreide als auch mit der Feder erfolgt auf dem Steine in derselben Weise wie auf Papier. Die Federzeichnung auf Stein ist durch die photolithographischen Verfahren stark verdrängt worden, da es diese Verfahren ermöglichen, die auf Papier ausgeführten Federzeichnungen ohne Beschädigung des Originals unter beliebiger Reduktion auf den Stein zu übertragen. Die Technik der Kreidezeichnung auf Stein ist die ausdruckvollste Vervielfältigungsart welche die Lithographie besitzt. Daher war die Lithographie um die Mitte des 19. Jahrhunderts in künstlerischer Hinsicht auch so erfolgreich und wurde mit den besten Leistungen des Kupferstichs und der Radierung auf eine Stufe gestellt.

DAS DRUCKEN DER LITHOGRAPHIE
Der mit der Zeichnung versehene Stein kommt in die Druckerei und wird durch den Steindrucker druckfähig gemacht. Einfach ist der Druck bei gravierten und radierten Steinen.Diese werden in der Weise angedruckt, daß die Vertiefungen, nachdem sie schon vorher mit Fett eingerieben wurden, einfach mit Druckerschwärze behandelt werden, wie eine Metalltiefdruckplatte. Die schon vorher glatt polierte und mit Kleesalz etc. präparierte Steinfläche nimmt keine Farbe an, diese bleibt nur in den vertieften Stellen haften. Der Abdruck geschieht auf durchfeuchtetem Papier in der Steindruckpresse, jedoch werden von solchen Steinen nie größere Auflagen gedruckt, sondern es werden davon Umdrucke auf andere Steine gemacht, wobei man es in der Hand hat, die Zeichnung beliebig oft auf einem größeren Stein anzubringen, wodurch die Zahl der zu machenden Abdrucke entsprechend vermindert werden kann.

Gravierte und tief geätzte Steine sind daher selten für den Auflagedruck, sondern zumeist nur für den Umdruck bestimmt und werden als Originalsteine aufbewahrt. Anders als bei den Tiefdrucksteinen verfährt der Drucker, sobald er die Steine mit Feder und Kreidezeichnungen zum Drucken bekommt. Solche Steine müssen in erster Linie geätzt werden. Unter Ätzen versteht der Steindrucker jene Zurichtung der Steinoberfläche mit einer durch Salpetersäure schwach angesäuerten Lösung von Gummi arabicum in Wasser, welche die Abstoßung der Druckfarbe an den leeren, nicht überzeichneten Stellen des Steines bewirkt. Von der richtigen Ausführung dieser Ätzung hängt das Schicksal der Steinzeichnung ab. Der Grad der Ätzung sowie die Art und Weise der Ausführung dieser Arbeit muß immer dem angewendeten Stein und Zeichnungsmaterial sowie der Zeichnung selbst genau angepasst werden. Die saure Gummilösung läßt man einige Zeit auf dem Steine stehen, damit sie besser in die Poren eindringen kann. Zum Zwecke des Andrucks entfernt man die eingetrocknete Gummischicht mit Wasser und bringt etwas Terpentinöl auf den feucht gehaltenen Stein, dieses löst die fetten Zeichnungsmaterialien, die Tusche und Kreide auf, und wir sehen die Lithographie scheinbar vom Stein verschwinden. In Wahrheit sitzt das fette Bild in den Poren des Steins und macht sich bemerkbar, indem es das Wasser energisch abstößt welches jetzt auf den Stein gebracht wird, um die Zeichnung mit der Walze einschwärzen zu können.

Die Druckerschwärze wird von den fetten Stellen angezogen und von den, während des Auftragens der Farbe, beständig feucht gehaltenen leeren, mit Gummi präparierten Stellen abgestoßen, wodurch es möglich ist, das Bild klar und rein einzuschwärzen.Legt man jetzt ein Blatt Papier auf die Zeichnung und bringt den Stein unter die Presse, so wird sich die Farbe unter der Pressung auf das Papier übertragen und der erste Abdruck ist fertig. Dieses wird so oft wiederholt bis der gewonnene Abdruck befriedigt und der Stein gut angedruckt erscheint.
Zum Fortdruck oder Auflagedruck muß die Präparation der Steinoberfläche in verstärktem Maße wiederholt werden wozu man eine stärker angesäuerte Gummilosung verwendet. Um das Bild widerstandsfähiger gegen die stärkere Ätzung zu machen, stäubt man dasselbe mit feinem Harzpulver ein und verschmilzt dieses mittels einer Stichflamme mit der Farbe.

LITHOGRAPHIE STEIN ERSATZ
Der hohe Preis, die Schwere und Unhandlichkeit sowie ihre Zerbrechlichkeit waren die Ursache Ersatzmittel für die Steine zu finden. In erster Linie stand hier das Zink. Durch die leichte Oxydation und die höhere Dichte und Härte eignen sich die Zinkplatten für das Drucken von Originalen kaum und werden daher nur als Unterlage für die gedruckten Zeichnungen genommen. Auch der Versuch mit Aluminiumplatten, "Algraphie" genannt, brachte nicht die Qualität des Solnhofener Steins und konnte sich daher ebenso wie Zink nicht weiter durchsetzen.

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