antike Grafik und antiquarische Grafiken
Hier eine kurze einleitende Beschreibung der verschiedenen Grafik Künste, genauere Erklärungen über z.B die Lithographie Grafiken oder andere Techniken bzw. die im heutigen Sinne antiquarische Grafiken oder antike Grafik, gibt es weiter unten.
Schreiben, Zeichnen, Malen sowie die Grafik Künste, mit deren Hilfe
man das Gemalte, Gezeichnete oder Geschriebene vervielfältigt.
Die erste Erfindung auf dem Gebiete der neueren Grafik Künste war
die Xylographie oder Holzschneidekunst. Stempel, Patronen und dergleichen
sind schon in alter Zeit in Holz geschnitten worden, der Figurenholzschnitt
stammt aus dem Mittelalter. Offenbar hat diese Bilddruckerei den
Anstoß zu Gutenbergs Erfindung der Typographie oder Buchdruckerkunst
gegeben (1440), denn ihre ersten Grafik Erzeugnisse deuten auf dieselben
Hilfsmittel hin.
Der mehrmalige Schnitt ein und derselben Type führte zur Polytypie, die Vervielfältigung
durch Guss, und es entstand die Schriftgießerei und Stempelschneidekunst,
mit deren Hilfe die Buchdruckerkunst erst zu einem Abschluss gedieh.
Aus der Goldschmiedekunst ging um die Mitte des 15.Jahrhunderts die
Erfindung der Chalkographie oder Kupferstechkunst hervor, und zwar
scheint man zuerst in Südwestdeutschland in Metallplatten zum Zweck der Vervielfältigung
durch Papierabdruck gestochen zu haben. Im Gegensatz zu der Holzschnitt
Grafik, deren im Druck sichtbare Linien beim Schneiden erhaben stehen
bleiben, führt
der Kupferstecher sein Bild vertieft in Kupfer aus, und diese vertieften,
mit Schwärze ausgefüllten Linien geben hier der Grafik
den Abdruck.
Die Holzschnitt Grafik wurde bald eine unentbehrliche Beigabe zum
Buchdruck und erreichte zu Albrecht Dürers und Hans Holbeins
Zeiten (um 1500-1530) seine erste Blüte. Später verfiel er, und war im
18. Jh. auf seinem Tiefpunkt angelangt.
Unterdessen hatte die Kupferstechkunst mit ihren verschiedenen Manieren
eine weit universellere Ausbildung der Grafik Künste erlangt. Der
Umstand, dass die Zeichner und Maler ihre Grafiken leichter in
Kupfer vertieft und mit aller möglichen
Feinheit als in Holz erhaben selbst wiedergeben konnten und das
der Abdruck größerer Kunstwerke weit treuer vom Kupferstich als vom Holzschnitt
zu erzielen war, rechtfertigt diese Bevorzugung. Im 17. Jh. erreichte
in den niederländischen Radierern, den niederländischen und französischen
Kupferstechern sowohl die originale Erfindung (Malerradierung)
als die nachbildende Tätigkeit ihren Höhepunkt. Das 18.
Jhd. lässt auch hier
einen starken Verfall erkennen. Erst im 19. Jhd. nahmen die Grafik
Künste erneuten Aufschwung, und den ersten Anstoß dazu gab die Erfindung
der Lithographie oder des Steindrucks durch Senefelder (1796).
Die Lithographie Grafiken boten jedem Zeichner das Mittel, seine
Arbeit unmittelbar auf den Stein zu bringen, der sich auch leichter
als Holz oder Metall behandeln läßt. Der einfache Über- oder Umdruck vorhandener
Abdrücke
sowie die Übertragung
der mit besonderer Tinte auf Papier geschriebenen oder gezeichneten
Objekte durch die so genannte Autographie erhöhten die geschäftliche
Bedeutung der Lithographie Grafiken. Aber auch in künstlerischer Hinsicht
gewann diese Art der Grafiken sehr bald weiteste Verbreitung
bis zu einer Erfindung (1820) der Siderographie oder Stahlstecherkunst
mit der sie ab dann in Konkurrenz trat. Um 1900 gewann die künstlerische
Lithographie neuen Aufschwung durch die Einführung der
leicht handlichen Aluminiumplatten statt des lithographischen Steins
(Algraphie) und somit konnten Grafiken noch einfacher hergestellt werden.
Nach 1810 erwachten auch die Holzschneide Grafik Künste zu neuem
Leben. Die Einführung des Schnittes in Hirnholz statt wie bisher in
Langholz durch Bewick in London führte zu einer mächtigen Förderung der
Grafik Künste. Aus den mit Holzschnitten verzierten Grafiken bildeten
sich bald die Anfänge der
illustrierten Zeitschriften (Pfennig- und Heller Magazine) heraus,
die mit Ihren beliebten Grafik-Beilagen bald ein großes Verbreitungsgebiet
eroberten.
Gute Holzschnitte waren aber teuer, dies führte zu Versuchen die Druckschrift auf Stein zu übertragen, um Schrift und Bild, wie beim Holzschnitt, gemeinsam zu drucken. Bei größeren Auflagen konnte jedoch die lithographische Presse nicht mit der typographischen konkurrieren und man verfiel daher auf die so genannte Hochlithographie. Dabei ätzte man die Steinzeichnung so hoch, dass ein davon genommenes Klischee mittels der Buchdruckpresse gedruckt werden konnte. Dieses Verfahren wurde erstmals von Baumgärtner in Leipzig 1834 für das Heller Magazin verwendet.
Dembour in Metz erfand 1834 die Kunst in Kupfer hoch zu ätzen (Metallektypographie) Daneben wurde von Schönberg in London 1842 die Cerographie, von Piil 1846 die Chemitypie erfunden. Die Cerographie diente dann endlich zur Herstellung von Buchdruckklischees nach Gravierungen in eine auf Kupferplatten ausgebreitete Wachsschicht. Daneben gab es die Glyphographie, die erhabenen Kupferplatten- für Abbildungen im Text-, die Zinkgraphie seit 1840. Das Zinkhochätzverfahren seit 1850 (Panikonographie).
Die größte Wendung gelang aber durch die Photographie, die zuerst direkt
auf Holzstöcke Fotografiert wurden und danach direkt auf die Grafik
gestochen wurden , natürlich auch in jeder gewünschten Größe (Photoxylographie).
Unmittelbar nach Daguerres Erfindung versuchte man, die auf Silberplatten
fixierten Bilder zu ätzen und druckbar zu machen, aber es dauerte längere
Zeit bis dies gelang.
Es seien dazu erwähnt: die Heliographie, die Albertotypie oder der Lichtdruck,
der Woodburydruck und die Photolithographie und Photozinkographie.
Die Polychromie ermöglichte es erstmals mehrfarbige Grafiken herzustellen.
Für
Blinde wurde die Typhlotypographie erfunden. Die Erfindung von Linier-Guillochier-
und Reliefkopiermaschinen führten zu einem einschneidendem Fortschritt in
der wirtschaftlichen Verwertung der Lithographie-Grafiken. Die Erfindung
des Omnigraphen, einer Graviermaschine für Schrift in jeder Größe
(1841) steigerte dies noch.
Die heutige antiquarische Vielfalt an Grafiken verdanken wir dieser Entwicklung.
Wenn Sie genaueres über die einzelnen Techniken und antike Grafik erfahren möchten, haben wir
hier unten einige Informative Links über antike Grafik und antiquarische Grafik für Sie.
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