- Erstens der im Hochdruck ausgeführte Holzschnitt, bei dem die auf dem Druck weiß erscheinenden Stellen aus dem Holzblock ausgeschnitten und die verbleibenen, erhabenen Flächen
auf dem Papier schwarz hervortreten.
- Zweitens der im Tiefdruck entstehnde Kupferstich oder die Radierung,
bei der die in eine Metallplatte eingegrabenen Linien gefärbt und durch Druck auf das Papier übertragen
werden.
- Drittens die Lithographie, das Flachdruckverfahren, das auf der natürlichen Eigenschaft, das Fett und Wasser einander abstoßen,
beruht.
Bevor man die Druckgraphik irgendeiner Behandlung unterzieht, ist sicherzustellen, um welche Art es sich handelt. Im Zweifelsfalle lasse man sich von einem Fachmann beraten.
Auch hier wird eine Übung an einem nicht wertvollen Stück empfohlen, da jeglicher Fehler, der beispielsweise beim Reinigen auftritt, nicht wieder zu beheben ist.
Kein graphisches Blatt darf jemals an den Rändern beschnitten werden, da es dadurch an Wert verliert.Auch sollte man beim Reinigen behutsam vorgehen und sich vorm extremen Bleichen in Acht nehmen, da das Papier dann kreideweiß wird
und das Schwarz an Tiefe verliert.
Der Holzschnitt ist die älteste Form der Druckgraphik und wird seit dem späten 14. Jahrhundert angewandt.
Zur Technik und Herstellung der verschiedenen Verfahren wird auf die Abhandlung am anderen Ort verwiesen.
Tiefdrucke können wie Papier gereinigt und restauriert werden. Zumeist ist keine Gefahr damit verbunden, sie in Flüssigkeit
einzutauchen, es sei denn im Falle folgender Ausnahmen:
- etwa vorhandene, mit Tinte gefertigte Unterschriften müssen zuvor auf dem Papier fixiert werden, da die Tinte bei Berührung mit Wasser sonst zerfließt.
- Ebenso könnten Aquarellfarben vorhanden sein, da viele Stiche, besonders
die Sport und Mode beschreibenden, im 18. und 19. Jahrhundert mit diesen
Farben handcoloriert wurden.
Solche Blätter können nur ganz behutsam mit Chloramin T gereinigt werden- können dabei allerdings etwas blasser werden. Ist die Kolorierung sehr lebhaft, schadet das weiter nichts, ist sie jedoch angemessen, behandle man das Blatt wie ein Aquarell. Kunstblätter aus dieser Zeit wurden oft gefirnißt. Manchmal ist es möglich, die Blätter in den Originalzustand zu versetzen, manchmal aber auch nicht, dies hängt von der Art des verwendeten Firnis ab. Ölfirnis wird mit der Zeit unlöslich, wohingegen Spiritusfirnis sich lösen läßt. Zu diesem Zweck sollte die Oberfläche zunächst mit feuchter Watte abgerieben werden. Dann bestreiche man eine kleine Stelle mit Brennspiritus, um zu sehen, ob dieser auf dem Firnis wirkt. Ist das nicht der Fall, versuche man es an einer anderen, kleinen Stelle mit verdünntem Salmiakgeist(1 Teil Salmiak auf 50Teile Wasser)Hat man sich für eines der beiden Mittel entschlossen, lege man das Blatt mit der bedruckten Seite nach oben auf eine Glasplatte und überschwemme es, der zuvor getroffenen Wahl entsprechend, mit Brennspiritus oder verdünntem Salmiakgeist. Durch behutsames Bürsten kann man die Wirkung des Lösungsmittels auf den Firnis unterstützen.
Nach Entfernen der Firnisschicht ist das Blatt meistens fleckig.
In diesem Fall spüle man es kurz mit Wasser und bleiche es dann leicht durch kurzes Eintauchen in ein Bad aus Essigsäure und Wasser im Verhältnis 1:10. Man nehme es sofort wieder heraus und lasse es nicht etwa darin liegen. Sodann wird das Blatt in destilliertem Wasser nachgespült. Ist der Stich gefirnißt und koloriert, so ist die Farbe vermutlich durch den Prozeß des Firnisentfernens in Mitleidenschaft gezogen und würde durch nachfolgendes Bleichen noch mehr leiden. Man muß sich also entscheiden, ob man sowohl keinen Firnis als auch stark ausgebleichte Farben haben möchte.
Ausnahmen bilden Chiaroscuro- und japanische Grafiken. Chiaroscurografiken waren im 17.Jahrhundert sehr beliebt und in Nachahmung der Grisaillemalerei(Totmalerei)ganz in Schwarz-Grau- oder Brauntönen gehalten. Sie sind teilweise in wässerigen Tinten gedruckt, die nicht unbedingt dauerhaft sein müssen.
Sie sollten daher wie Aquarelle gereinigt werden.
Japanische Holzschnitte werden zunächst als Buchillustration schwarz gedruckt. Die komplizierten Farbholzschnitte kamen zuerst im 18. Jahrhundert auf und hielten sich das ganze 19.Jahrhundert durch. Frühe Blätter sind mit flüchtigen pflanzlichen Farbstoffen gedruckt. Die späteren, grelleren Töne wurden mit Anilinfarben erzeugt. Sie wurden auf Japanseidenpapier gedruckt, das sehr dünn
und sehr weich ist.
Die Oberfläche dieser Blätter sollte nicht abgerieben werden, selbst nicht mit dem weichsten Radiergummi. Naßreinigen kommt natürlich ebenso nicht in Frage. Glücklicherweise ist dieses Papier weder für Schimmelbildung noch für Stockflecke anfällig.
Oberflächenschmutz läßt sich dadurch entfernen, daß man das Blatt mit der bedruckten Seite nach unten auf eine Glasplatte legt, es zur Gänze mit einem Bogen Seidenpapier bedeckt und das Seidenpapier mit einem in gewöhnlichem Wasser angefeuchtetem Schwamm betupft. Die Feuchtigkeit dringt durch das Seidenpapier hindurch und bindet den Staub auf dem Kunstblatt. Die Vorderseite des Druckes läßt sich auf die gleiche Weise reinigen, wobei jedoch gewisse Farben wie Mauve und Heliotrop so empfindlich sind und derart leicht beschädigt werden können, daß sie niemals mit Feuchtigkeit in Berührung
kommen sollten.
Zerrissene oder sehr empfindliche Drucke können mit Mehlkleister auf ein anderes Blatt Papier aufgezogen werden. Dieses sollte ebenfalls aus Japanseidenpapier sein, dem Originalpapier an Qualität und Gewicht so ähnlich wie möglich. Japanische Drucke und ganz besonders die frühen, sollten niemals in starkes Licht gehängt werden, da manche Farben schon nach einigen Monaten vollkommen verblassen können.
Die Lithographie wurde Ende des 18. Jahrhunderts zunächst als reines schwarz-weiß Druckverfahren von Alois Senefelder erfunden, der dann 1826 die Farblithographie entwickelte. Dabei wird die Zeichnung mit einem Fettstift auf eine zuvor präparierte, glatt polierte Kalksteinoberfläche aufgetragen und der poröse Steinn sodann angefeuchtet und mit Tinte bzw. Tusche geschwärzt oder gefärbt. Die ölhaltige
Tinte haftet nur an der fettigen Zeichnung, die gedruckt wird. Bei
einer Farblithographie werden mehrere verschiedene Steine verwendet.
Das Reinigen und Restaurieren von Lithographien geschieht wie unter
Papier beschrieben.